Betonstahl ist kein gewöhnlicher Baustahl. Wer Schweißverbindungen an Bewehrungsstahl plant, muss die Besonderheiten dieser Norm kennen – sonst riskiert er im schlimmsten Fall die Standsicherheit des Bauwerks und die Zulassung durch den Prüfstatiker.
Was regelt DIN EN ISO 17660-1?
Die DIN EN ISO 17660 teilt sich in zwei Teile:
- Teil 1: Tragende Schweißverbindungen – hier gelten die höchsten Anforderungen
- Teil 2: Nicht tragende Schweißverbindungen – zum Beispiel Heftschweißungen zur Lagebefestigung von Matten
Dieser Artikel behandelt ausschließlich Teil 1, da dort die Anforderungen an Auftraggeber, Planer und ausführende Betriebe am komplexesten sind.
Welche Stähle sind betroffen?
Die Norm gilt für Betonstähle nach DIN 488, also für die in Deutschland üblichen Sorten B500A und B500B. Beide Sorten haben einen erhöhten Kohlenstoffäquivalent-Wert und reagieren empfindlicher auf Schweißwärme als normaler Baustahl (S235 oder S355). Ohne kontrollierte Wärmeführung entstehen spröde Härtezonen in der Wärmeeinflusszone – ein Risiko, das die Norm durch klare Verfahrensanforderungen begrenzt.
Was verlangt die Norm vom ausführenden Betrieb?
1. Qualifikation der Schweißer
Schweißer müssen nach DIN EN ISO 9606-1 oder einem gleichwertigen Verfahren geprüft sein – speziell für die Werkstoffe und Verfahren, die beim Betonstahl schweißen eingesetzt werden. Eine allgemeine Schweißerprüfung reicht in der Regel nicht aus.
2. Schweißverfahrensprüfung (WPQR)
Vor Aufnahme der Arbeiten ist eine Schweißverfahrensprüfung (Welding Procedure Qualification Record, WPQR) erforderlich. Sie belegt, dass das gewählte Verfahren – Elektrode, Stromart, Wärmeführung – die geforderte Verbindungsqualität zuverlässig erreicht. Ohne gültige WPQR dürfen keine tragenden Verbindungen ausgeführt werden.
3. Schweißaufsicht
Die Norm verlangt eine qualifizierte Schweißaufsicht während der Ausführung. Diese Anforderung ist für kleine Betriebe ohne eigene Schweißaufsichtsperson (EWI, IWI oder IWE) oft der kritische Punkt. Wer als Auftraggeber sichergehen möchte, sollte vor der Vergabe ausdrücklich nach dem Nachweis fragen.
4. Vorwärmen und Zwischenlagentemperatur
Je nach Stahlsorte, Bauteilquerschnitt und Umgebungstemperatur ist ein Vorwärmen auf bis zu 200 °C vorgeschrieben. Das ist kein optionaler Schritt – fehlende Vorwärmung ist einer der häufigsten Mängel bei der Ausführungsprüfung.
Was sollten Auftraggeber bei der Vergabe prüfen?
Wenn Sie Schweißarbeiten an Bewehrungsstahl beauftragen, sollten Sie folgende Punkte klären:
- Liegt eine gültige WPQR für das gewählte Schweißverfahren und den Stahltyp vor?
- Sind die eingesetzten Schweißer nach DIN EN ISO 9606-1 qualifiziert?
- Ist eine qualifizierte Schweißaufsicht benannt?
- Wie wird die Dokumentation (Schweißnahtprotokoll, Sichtprüfung, ggf. ZfP) geführt?
Viele Schäden an Stahlbeton-Konstruktionen lassen sich auf fehlende oder lückenhafte Dokumentation zurückführen – nicht auf schlechte Ausführung. Sorgfältige Vergabe schützt Sie und den Prüfstatiker.
Unser Ansatz bei TMH Stahlbau
Als zertifizierter Schweißfachbetrieb nach EN 1090-2 EXC4 und EN ISO 3834-2 verfügen wir über die notwendige Infrastruktur: geprüfte Schweißer, aktuelle WPQRs und qualifizierte Schweißaufsicht. Für Projekte, bei denen die Norm DIN EN ISO 17660-1 greift, stellen wir Ihnen auf Anfrage die relevanten Nachweise bereit – vor Auftragserteilung, nicht erst beim Prüftermin.
Sprechen Sie uns an, wenn Sie ein Vorhaben mit tragenden Betonstahl-Schweißverbindungen planen. Wir klären Machbarkeit und Normenkonformität vorab – ohne Umwege.
Reinforcing steel is not ordinary structural steel. Anyone planning welded joints on rebar must understand the particularities of this standard – otherwise they risk compromising the structural integrity of the building and the approval by the structural engineer.
What Does DIN EN ISO 17660-1 Cover?
DIN EN ISO 17660 is divided into two parts:
- Part 1: Load-bearing welded joints – the highest requirements apply here
- Part 2: Non-load-bearing welded joints – for example tack welds used to fix mesh in position
This article covers Part 1 exclusively, as this is where requirements for clients, designers and contractors are most complex.
Which Steels Are Affected?
The standard applies to reinforcing steels to DIN 488, i.e. the grades B500A and B500B common in Germany. Both grades have a higher carbon equivalent value and react more sensitively to welding heat than ordinary structural steel (S235 or S355). Without controlled heat input, brittle hardening zones form in the heat-affected zone – a risk that the standard limits through clear procedural requirements.
What Does the Standard Require from the Contractor?
1. Welder Qualification
Welders must be qualified to DIN EN ISO 9606-1 or an equivalent procedure – specifically for the materials and processes used when welding rebar. A general welder's qualification is typically not sufficient.
2. Welding Procedure Qualification (WPQR)
Before commencing work, a Welding Procedure Qualification Record (WPQR) is required. It demonstrates that the chosen procedure – electrode, current type, heat input – reliably achieves the required joint quality. Without a valid WPQR, no load-bearing joints may be carried out.
3. Welding Supervision
The standard requires qualified welding supervision during execution. For smaller firms without their own welding supervision personnel (EWI, IWI or IWE), this is often the critical point. Clients who want assurance should explicitly ask for proof of this before awarding the contract.
4. Preheating and Interpass Temperature
Depending on the steel grade, component cross-section and ambient temperature, preheating to up to 200 °C is required. This is not an optional step – missing preheating is one of the most common deficiencies found during execution inspections.
What Should Clients Check When Awarding the Contract?
When commissioning welding work on reinforcing steel, you should clarify the following points:
- Is a valid WPQR available for the chosen welding process and steel type?
- Are the welders qualified to DIN EN ISO 9606-1?
- Has a qualified welding supervisor been nominated?
- How is documentation (weld record, visual inspection, NDT if applicable) maintained?
Many defects in reinforced concrete structures can be traced back to missing or incomplete documentation – not poor workmanship. Careful contract award protects you and the structural engineer.
Our Approach at TMH Stahlbau
As a certified welding specialist to EN 1090-2 EXC4 and EN ISO 3834-2, we have the necessary infrastructure: qualified welders, current WPQRs and qualified welding supervision. For projects where DIN EN ISO 17660-1 applies, we provide relevant certificates on request – before the contract is awarded, not at the inspection date.
Contact us if you are planning a project involving load-bearing rebar welded joints. We will clarify feasibility and standards compliance upfront – without detours.
Betonstahl ist kein gewöhnlicher Baustahl. Wer Schweißverbindungen an Bewehrungsstahl plant, muss die Besonderheiten dieser Norm kennen – sonst riskiert er im schlimmsten Fall die Standsicherheit des Bauwerks und die Zulassung durch den Prüfstatiker.
Was regelt DIN EN ISO 17660-1?
Die DIN EN ISO 17660 teilt sich in zwei Teile:
- Teil 1: Tragende Schweißverbindungen – hier gelten die höchsten Anforderungen
- Teil 2: Nicht tragende Schweißverbindungen – zum Beispiel Heftschweißungen zur Lagebefestigung von Matten
Dieser Artikel behandelt ausschließlich Teil 1, da dort die Anforderungen an Auftraggeber, Planer und ausführende Betriebe am komplexesten sind.
Welche Stähle sind betroffen?
Die Norm gilt für Betonstähle nach DIN 488, also für die in Deutschland üblichen Sorten B500A und B500B. Beide Sorten haben einen erhöhten Kohlenstoffäquivalent-Wert und reagieren empfindlicher auf Schweißwärme als normaler Baustahl (S235 oder S355). Ohne kontrollierte Wärmeführung entstehen spröde Härtezonen in der Wärmeeinflusszone – ein Risiko, das die Norm durch klare Verfahrensanforderungen begrenzt.
Was verlangt die Norm vom ausführenden Betrieb?
1. Qualifikation der Schweißer
Schweißer müssen nach DIN EN ISO 9606-1 oder einem gleichwertigen Verfahren geprüft sein – speziell für die Werkstoffe und Verfahren, die beim Betonstahl schweißen eingesetzt werden. Eine allgemeine Schweißerprüfung reicht in der Regel nicht aus.
2. Schweißverfahrensprüfung (WPQR)
Vor Aufnahme der Arbeiten ist eine Schweißverfahrensprüfung (Welding Procedure Qualification Record, WPQR) erforderlich. Sie belegt, dass das gewählte Verfahren – Elektrode, Stromart, Wärmeführung – die geforderte Verbindungsqualität zuverlässig erreicht. Ohne gültige WPQR dürfen keine tragenden Verbindungen ausgeführt werden.
3. Schweißaufsicht
Die Norm verlangt eine qualifizierte Schweißaufsicht während der Ausführung. Diese Anforderung ist für kleine Betriebe ohne eigene Schweißaufsichtsperson (EWI, IWI oder IWE) oft der kritische Punkt. Wer als Auftraggeber sichergehen möchte, sollte vor der Vergabe ausdrücklich nach dem Nachweis fragen.
4. Vorwärmen und Zwischenlagentemperatur
Je nach Stahlsorte, Bauteilquerschnitt und Umgebungstemperatur ist ein Vorwärmen auf bis zu 200 °C vorgeschrieben. Das ist kein optionaler Schritt – fehlende Vorwärmung ist einer der häufigsten Mängel bei der Ausführungsprüfung.
Was sollten Auftraggeber bei der Vergabe prüfen?
Wenn Sie Schweißarbeiten an Bewehrungsstahl beauftragen, sollten Sie folgende Punkte klären:
- Liegt eine gültige WPQR für das gewählte Schweißverfahren und den Stahltyp vor?
- Sind die eingesetzten Schweißer nach DIN EN ISO 9606-1 qualifiziert?
- Ist eine qualifizierte Schweißaufsicht benannt?
- Wie wird die Dokumentation (Schweißnahtprotokoll, Sichtprüfung, ggf. ZfP) geführt?
Viele Schäden an Stahlbeton-Konstruktionen lassen sich auf fehlende oder lückenhafte Dokumentation zurückführen – nicht auf schlechte Ausführung. Sorgfältige Vergabe schützt Sie und den Prüfstatiker.
Unser Ansatz bei TMH Stahlbau
Als zertifizierter Schweißfachbetrieb nach EN 1090-2 EXC4 und EN ISO 3834-2 verfügen wir über die notwendige Infrastruktur: geprüfte Schweißer, aktuelle WPQRs und qualifizierte Schweißaufsicht. Für Projekte, bei denen die Norm DIN EN ISO 17660-1 greift, stellen wir Ihnen auf Anfrage die relevanten Nachweise bereit – vor Auftragserteilung, nicht erst beim Prüftermin.
Sprechen Sie uns an, wenn Sie ein Vorhaben mit tragenden Betonstahl-Schweißverbindungen planen. Wir klären Machbarkeit und Normenkonformität vorab – ohne Umwege.
Fragen zu Ihrem Schweißprojekt? Questions about your welding project? Pytania dotyczące projektu spawalniczego?
Zertifizierter Schweißfachbetrieb nach EN 1090-2 EXC4 und EN ISO 3834-2 — Stahl- und Maschinenbau, Montage, Instandsetzung. Schnelle Reaktionszeiten. Certified welding specialist to EN 1090-2 EXC4 and EN ISO 3834-2 — steel construction, mechanical engineering, assembly, repair. Fast response times. Certyfikowana spawalnia wg EN 1090-2 EXC4 i EN ISO 3834-2 — konstrukcje stalowe, inżynieria mechaniczna, montaż, naprawa.